Wie kann man Teppiche am besten entsorgen (Leitfaden)?

19 September, 2023

Wie kann man Teppiche am besten entsorgen (Leitfaden)?

Irgendwann stehen Hausbesitzer oder Wohnungsmieter vor einem Dilemma. Wo entsorgt man Teppiche? Auf diese Frage gibt es viele Antworte. Denn eine Entsorgung kann auch in einer Weiternutzung liegen - zum Beispiel als Keller-, Garagen- oder Gartenhausteppich


Auch auf dem Campingplatz können ausgediente Teppiche noch gute Dienste leisten. Oft finden sich alte Teppiche im Caranan-Vorzelt. Einen teuren Wollteppich würde man nicht dort nutzen, aber einen uralten ererbten Perserteppich vielleicht schon. Zuvor sollte man aber seinen Wert schätzen lassen. Möglicherweise lohnt sich eine Reinigung mit anschließenden Wiederverkaufs-Chancen.


Bisher werden ausgediente Teppiche nicht in nennenswertem Umfang recycelt. Der Grund dafür ist, dass Teppiche an der Unterseite oft mit Latex oder Kunststoffen beschichtet sind. Die Beschichtungen lassen sich nicht vom Teppichgewebe trennen. Oftmals bestehen billige Teppiche aus vermischten synthetischen Garnen. Solche Teppiche lassen sich nicht ohne unzumutbaren Aufwand recyceln. Daher enden viele Teppiche in der örtlichen Müllverbrennungsanlage.

Was darf in den Müll, was nicht?

Viele Menschen entsorgen alte Teppiche oder herausgerissenen Teppichboden auf dem Sperrmüll. Die städtische Müllabfuhr nimmt entsorgte Teppiche und Teppichbodenreste zwar oft mit. Sie müsste es aber nicht. Vor allem sollte man sich an die erlaubte Teppichgröße halten, wenn der Teppich beim Sperrmüll angemeldet wird.


Kleine Teppiche dürfen im Restmüll entsorgt werden. Das klappt aber nur, sofern es keine automatische Anlage dafür gibt, deren Einlage-Fächer mit einem Chip geöffnet werden. In solche Anlagen passt nicht einmal ein kleiner Flurläufer. Hier hilft nur, den Teppich zu zerschneiden. Alternativ könnte man abzuwarten, bis die unter der Lade stehende Mülltonne zur Entleerung an den Straßenrand gestellt wird. Passt der Teppich nicht in die Restmüll-Anlage, darf er beim Sperrmüll angemeldet werden.


Eine andere Möglichkeit zur Entsorgung alter Teppiche ist der städtische Wertstoffhof. Sicherheitshalber sollte man sich vorab erkundigen, ob alte Teppiche dort entsorgt werden können. Auch die Kostenfrage sollte vorab geklärt werden. Nicht überall ist die Abgabe eines ausgedienten Teppichs kostenfrei. Oft wird der Preis von der Teppichgröße abhängig gemacht. Mit Entsorgungsgebühren von 20-30 Euro sollte gerechnet werden.


Manche Teppiche sind mit Fremdstoffen belastet. Haben Sie Ihren alten Wohnzimmerteppich beispielsweise beim Renovieren benutzt und ihn dabei mit Lack- und Farbresten belastet, ist er automatisch als Bauschutt oder Sondermüll anzusehen. Die Entsorgung muss entsprechend dieser Einordnung vorgenommen werden.

Wo entsorgt man Teppiche sonst noch?

Eine andere Möglichkeit. Lassen Sie nach dem Kauf eines neuen Teppichs den alten vom Teppichleger mitnehmen. Dieser Service wird aber nicht überall angeboten. Arbeitet der Teppichleger für ein Fachgeschäft, wird die Entsorgung des alten Teppichs oder Teppichbodens manchmal als Serviceleistung angeboten. Das Fachgeschäft entsorgt die alten Teppiche dann kostenfrei. Die Abholung alter Teppiche durch ein Entrümpelungs-Unternehmen, das entsprechend inseriert hat, ist meist recht teuer.


Oftmals sind alternative Ideen der Umnutzung besser als die sofortige Entsorgung. Ein nicht mehr gefallender Teppich, der aber noch brauchbar ist, kann sich im Gartenhaus, in der Garage, dem Keller oder auf dem Campingplatz noch als wunderbar nützlich erweisen. Gegebenenfalls kann man ihn einmal säubern und zuschneiden, damit er dort passt. Naturgemäß werden auch solche Teppiche irgendwann "fällig" für die Entsorgung. Die Frage, wo entsorgt man Teppiche, wurde also nur vertagt.


Einen großen und dicht gewebten Teppich müllgerecht zu zerschneiden, ist sehr arbeitsintensiv. Manche Zeitgenossen nutzen daher lieber den mühelosen Entsorgungs-Weg: Sie entsorgen den alten Teppich einfach heimlich im Wald, im Straßengraben, unter einer Brücke oder auf einer illegalen Müllkippe. Das ist allerdings ein Vergehen, das dem Ordnungsdienst ins Auge fällt. Klüger wäre es, einen legalen Entsorgungsweg für seinen Teppich zu wählen.

Wo entsorgt man Teppiche, die noch gut sind? 

Wenn Sie einen kleinen Flickenteppich von Ikea entsorgen, ist der Restmüll die richtige Adresse. Doch wenn Sie einen nicht mehr ansehnlichen Nepal-Teppich oder einen älteren Perserteppich loswerden möchten, weil sie umziehen, hat Ihr Teppich möglicherweise noch einen Wiederverkaufswert. In diesem Fall können Sie eine Annonce bei Ebay oder einem lokalen Anzeigenblatt schalten, um ihn gegen gutes Geld zu verkaufen. In Supermärkten finden sich oft Pinnwände, wo solche Angebote kostenlos ausgehängt werden können. 


Rechnen Sie beim angesetzten Verkaufspreis das Alter, den Abnutzungsgrad, den Gebrauchswert und die Teppichgröße mit ein. Ehrliche Auskünfte und gute Fotos ersparen Ihnen viel Ärger mit potenziellen Kaufinteressenten. Eine andere Möglichkeit wäre, den Teppich zu verschenken - zum Beispiel an das städtische Jugendzentrum oder ein Flüchtlingsheim. In diesem Fall sollten Sie Ihr Teppich-Geschenk aber in so guter Verfassung präsentieren, dass es dort Freude macht. 


Auch Rockbands freuen sich oft über schalldämpfende Teppich-Geschenke für den Probenraum. Es ist jedoch keine gute Idee, einen durchgelaufenen, schäbigen Teppich noch verschenken zu wollen, um das Entsorgungsprobleme auf diese Weise vermeintlich elegant zu lösen. Letzten Endes erweist man sich dadurch nur als selbst schäbig. 

Wo entsorgt man Teppiche umweltgerecht und mit Rücksicht auf andere?

Rücksicht auf die Interessen anderer sollte auch bei der Teppichentsorgung oberste Priorität haben. Wer mit seinem riesigen Teppich die Restmülltonne komplett vollstopft, hat diese Grundregel nicht beachtet. Gleiches gilt, wenn jemand seinen alten Teppich nicht beim Sperrmüll anmeldet, sondern einfach nachts an den Straßenrand legt. Dort liegt das alte Stück dann tagelang. Es wird nassgeregnet, von Hunden beschnuppert oder von Neugierigen aufgerollt, weil jemand das Muster oder den Zustand des Teppichs ansehen möchte. 


Am Ende wird der heimlich entsorgte Teppich zum Riesenärgernis für das gesamte Umfeld. Es hat sich eingebürgert, bei solch fragwürdigen Entsorgungsmethoden ein Schild mit der Aufschrift "Zu verschenken" anzubringen, um alle Sorgen los zu sein. Letzten Endes ist man aber rücksichtslos. Man entsorgt den Teppich in die Umwelt und kümmert sich nicht mehr darum. Mit Pech bringt der Ordnungsdienst einem den Teppich zurück - und kassiert dafür auch noch ein Ordnungsgeld. 


Die Straßenrand-Entsorgung kann als wilde Entsorgung und Umweltfrevel betrachtet werden. Aufmerksame Nachbarn wissen oft, wer sich dessen schuldig gemacht hat. Besser ist es, seinen alten Teppich so zu entsorgen, dass man deswegen keinen Ärger bekommt.